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Veröffentlichungen über den Tango gibt es inzwischen ja reichlich. Mit dem kleinen Büchlein "Tango Komplimente" von Gerwin Fischer (Cartoons) und Dieter Faring (Gedichte) ist nun eine Weitere auf dem Markt. Auf dem Buchrücken heißt es: "Tages Arbeit - abends Tango - ersparen Dir Diät und Fango" - und unter diesem Motto sollen die Texte und Karikaturen ein Gesundbrunnen für alle sein, die gerne und auch mal über sich selbst lachen. Lachen - und dann noch über sich selbst? Beim Tango? Und das vielleicht auch noch in einer Milonga? Hat man da nicht andere Sorgen? Ist man nicht eher damit beschäftigt sein nächstes "Opfer" ins Visier zu nehmen oder sich darüber zu ärgern, dass die/der Angebetete seit unverhältnismäßig langer Zeit mit jemand anderem tanzt, der oder dem man genau das nun ganz und gar nicht gönnt? Und dazu dann noch diese finsteren Tangotexte wie "...oder war es jene Romanze, von der sie nur spricht, wenn der Alkohol sie traurig macht..." (aus dem Tango "Malena"). In diese beim Tango gerne zelebrierte Depression soll sich der Tango-Victim durch die Gedichte und Cartoons in "Tango Komplimente" ablenken und zum Schmunzeln ermuntern lassen? Ein hohes Ziel, das sich der Gedichteschreiber Dieter Faring und der Karikaturist Gerwin Fischer da gesetzt haben. Aber auch ein schönes Ziel, denn insgeheim wünschen sich doch viele Tangueras und Tangueros etwas mehr Lockerheit beim Tango. Da sie selbst langjährige Tangueros sind, wissen Fischer und Faring wovon sie schreiben und zeichnen. Sie ließen sich inspirieren von den Tangoszenen in Augsburg und dem Köln-Bonner Raum und wollen mit ihrem Büchlein eine Alternative zur bierernsten Verbissenheit bieten, mit der man sich Tangolernen und -tanzen auch vermiesen kann. Und beobachtet haben die beiden gut, denn in den Texten und Cartoons werden dem Leser so einige Passagen sehr bekannt vorkommen. So bei dem Gedicht "Vals": »Ich hatte mich nach dir
gesehnt Bei "Tango
Komplimente" darf man keine hohe Kunst, keine hohe Literatur
erwarten. Das war wohl auch nicht der Anspruch der Herausgeber. Das
Büchlein ist eher zum Zeitvertreib geeignet, um sich vom (Tango-)Alltag
abzulenken. Wenn man zum Beispiel in einer Milonga sitzt, auf einen
Tanz mit seiner Favoritin wartet und Selbstmordgedanken
nachhängt, liest man lieber das Gedicht über den "TangoRambo",
den wir alle so gut kennen: »Der TangoRambo ist ein Mann, der sehr
spezielle Sachen kann: schon wenn er reinkommt fällt uns auf - der Mann
ist ganz besonders drauf...«.
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |