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Exklusiv: eine
Enthüllungsstory von M. C. Brook
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Die Redaktion hatte sich fest vorgenommen, sich
trotz anstehender FIFA WM dem Thema Fußball nicht zu widmen.
Die Redaktionsräume sollten fußballfrei bleiben! Nicht
zuletzt, weil Tango und Fußball nicht zusammengehören.
Akademiker und Intellektuelle sind für diesen Volksport nicht
zu haben! |

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Doch dann kam alles ganz anders - tangokultur.info erhielt einen
anonymen Anruf, der zuerst nur Schmunzeln auslöste. Eine weibliche Stimme
teilte der Chefredakteurin mit, dass eine kleine Gruppe Tangueros und
Tangueras aus dem Ruhrgebiet heimlich Fußball spielen würde.
Ratlosigkeit herrschte
und die Frage tauchte auf, was an dieser Story so besonders sei.
Immerhin steht das Fußballspielen an sich nicht unter Strafe. Und wenn
Tangotänzer einen Ausgleich zum traurigen argentinischen Volkstanz
suchen, so sollen sie doch wenigstens beim Soccer ihren Spaß haben!
Doch die anonyme Anruferin ließ nicht locker und verwies darauf, dass
es nicht nur das Fußballspielen allein sei, sondern...
Weiter kam sie nicht. Die Leitung wurde unterbrochen. Grund genug,
unseren Tangoreporter M.C. Brook ins 500 Kilometer entfernte Ruhrgebiet zu schicken, um für die
Story zu recherchieren. Hier sein Bericht:
"Castrop-Rauxel ist ein
weißer Fleck auf
der Tangolandkarte. So zumindest die weitläufige
Meinung von so genannten Szenekennern - und auch von mir. Jedenfalls bis
zu jenem denkwürdigen Freitagabend Ende Mai dieses Jahres. Nichts
deutete darauf hin, dass die Welt sich ändern könnte. Nach einem
mittelmäßigen
Abendessen und einem warmen Bier spazierte ich durch die
Straßen der selbsternannten Europastadt im Grünen, der Stadt, in
der nach Aussage des Oberbürgermeisters Johannes Beisenherz die Zukunft
schon begonnen hat. Trotzdem schien alles friedlich zu sein.
Ein paar junge Eltern, die gerade von einem Kurs über Strategien gegen
Erziehungsfrust kamen, kreuzten meinen Weg und tauschten sich über das
jüngst vermittelte Wissen aus, während ich dem Tipp meines
Mittelsmannes nachging und nach kurzer Zeit in die Schillerstraße
einbog. Aus den Fenstern der angrenzenden Häuser starrte mir die pure
Langeweile entgegen, doch das beeindruckte mich nach stundenlangem
Aufenthalt in diesem Ort nicht mehr. Mit dem
klaren Ziel vor Augen, in dieser um Interessantheit bemühten Stadt die
anonymen Tango-Fußballer zu finden, schritt ich voran. Aber war ich
hier tatsächlich auf der richtigen Fährte?
Nach ein paar Metern
blieb ich stehen und hielt inne. Die Einsamkeit der Provinz schlich um
mich herum - und schon wollte ich die Hoffnung aufgeben, als ich
plötzlich bruchstückartig den Tango "Este es el rey" von
Juan D'Arienzo vernahm. Entschlossen vorsichtig und voller vorsichtiger Entschlossenheit folgte
ich den Klängen. Immer deutlicher war die Musik zu hören, deren Quelle
offensichtlich in der nun vor mir liegenden Sporthalle lag. Ich vergewisserte mich, dass mich niemand beobachtete und drückte gegen
eine Tür. Diese war jedoch verschlossen. Also lenkte ich meine Schritte
um das Gebäude herum, bis ich ein offenes Fenster erblickte, das etwa 2
Meter über dem Asphalt lag. Sekunden später befand ich mich im Innern der
Sportstätte.
Es herrschte Stille.
Plötzlich ertönte ein schriller Pfiff, dann rhythmisches Klatschen -
und schließlich eine Tangoversion von Fußball ist unser Leben:
"Tango ist unser Leben, ja Tango, Tango regiert die Welt..."
Es kam mir albern vor, aber das hier schien unverfälschter Ernst zu
sein. Durch einen Gang stieß ich auf eine Treppe, die nach oben führte. Konzentriert
nahm ich jede der Stufen, um kein verräterisches Geräusch zu
verursachen. Schließlich fand ich mich auf der Empore der Sporthalle
zwischen Sportmatten und Medizinbällen wieder. Der Geruch ließ mich an
meine erste Freundin denken.
Das groteske Bild, das sich mir
von dort oben bot, sollte für immer in meiner Erinnerung haften bleiben.
Auf dem Spielfeld hatten sich 12 Tangopaare in Tanzhaltung aufgebaut. 6
in roten Trikots, 6 in blauen. Zwei weitere Paare standen sich
gegenüber im Tor. Ein original WM-Ball wurde gespielt. Dazu die Musik - und die Tangopaare tanzten und spielten zugleich Fußball. Am
Spielfeldrand standen klatschend ein paar Dutzend Zuschauer. Ausgelassen
wurde die La Ola zelebriert - und ich fragte mich, was hinter dieser
Verhaltensweise steckte. Ohne Zeit zu verlieren wollte ich dieser Frage
nachgehen ..."
... freuen Sie sich auf
die spannende Fortsetzung dieser Story in unserer Juli-Ausgabe!
Weiterführende Links zur FIFA WM 2006 in Deutschland:
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der FIFA WM 2006 kräftig mitverdienen und bietet nachfolgende
Musik-Downloads, CD's und den offiziellen WM Turnierführer an. Jetzt
zugreifen und kräftig mitgrölen!
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Ausgabe Juni 2006
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